Nordkorea sichert Putin "bedingungslose Unterstützung" im Ukraine-Krieg zu
(Bild: Tomas Ragina / Shutterstock.com)
Russlands Außenminister Lawrow in Nordkorea: Kim Jong Un verspricht Moskau volle Rückendeckung im Ukraine-Konflikt. Beide Seiten beschwören "unbesiegbare Kampfbrüderschaft".
Bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Russland die "bedingungslose Unterstützung" seines Landes im Ukraine-Krieg zugesichert.
Wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA laut Reuters am Sonntag berichtete, erklärte Kim, sein Land sei bereit, "alle Maßnahmen der russischen Führung zur Bekämpfung der Ursachen der Ukraine-Krise bedingungslos zu unterstützen und zu fördern".
Lawrow war zu einem dreitägigen Besuch in Nordkorea, das bereits Truppen und Waffen für Russlands Krieg gegen die Ukraine bereitgestellt und weitere militärische Unterstützung zugesagt hat.
In der Küstenstadt Wonsan traf er am Samstag mit Kim Jong Un zusammen. Dabei bezeichnete er die Beziehungen zwischen beiden Ländern laut russischem Außenministerium als "unbesiegbare Kampfbrüderschaft".
Russland und Nordkorea vertiefen strategische Partnerschaft
Der Besuch sei eine Fortsetzung des "strategischen Dialogs", der mit dem Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin in Nordkorea im vergangenen Jahr begonnen habe, erklärte das Ministerium. Beide Seiten vereinbarten nun weitere Zusammenarbeit im Rahmen eines Partnerschaftsabkommens, das auch einen gegenseitigen Verteidigungspakt beinhaltet.
Kim Jong Un bekräftigte laut KCNA, dass die Schritte der Verbündeten als Reaktion auf die sich radikal verändernde globale Geopolitik einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Friedens und der Sicherheit in der Welt leisten werden. Lawrow dankte Nordkorea für die Entsendung von Truppen nach Russland.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 haben sich die Beziehungen zwischen Russland und Nordkorea dramatisch vertieft. Pjöngjang entsandte mehr als 10.000 Soldaten und Waffen nach Russland, um Moskaus Militäraktion zu unterstützen.
Laut dem südkoreanischen Verteidigungsministerium lieferte Nordkorea bisher etwa zwölf Millionen Schuss Artillerie-Munition an Russland. Zudem sagte Kims Regierung zu, rund 6.000 Militäringenieure und Bauarbeiter für Wiederaufbauarbeiten in der russischen Region Kursk zu entsenden.
Neben Kim Jong Un führte Lawrow in Wonsan auch Gespräche mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen Choe Son Hui. Beide gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie sich zur Wahrung der nationalen Souveränität und territorialen Integrität des jeweils anderen Landes verpflichteten.
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Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS übermittelte Lawrow eine Botschaft von Präsident Putin, der die Hoffnung auf direktere Kontakte in der Zukunft äußerte. Lawrows Stellvertreter Andrej Rudenko kündigte an, dass noch in diesem Jahr weitere hochrangige Delegationen Nordkorea besuchen würden.
Russland hofft auf mehr Tourismus in Nordkorea
TASS erklärte zudem, der neue Küstenort Wonsan, in dem das Treffen stattfand, könne den russischen Tourismus nach Nordkorea ankurbeln. Die Agentur verwies dabei auf die Wiederaufnahme der Direktzugverbindung zwischen Moskau und Pjöngjang sowie auf ein Projekt zum Bau einer Brücke über den Fluss Tumen, der einen Teil der Grenze zwischen Nordkorea, China und Russland bildet.
Lawrow reiste nach dem Nordkorea-Besuch weiter, um an einer Sitzung der Shanghai Cooperation Organisation teilzunehmen. Der Außenminister hatte zuvor am Treffen der ASEAN-Außenminister in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur teilgenommen.