Niederschlag und Dürre, Covid-19-Fälle im Krankenhaus und Stromverbrauch der Weihnachtsbeleuchtung

Wie viele Covid-19-Erkrankte müssen ins Krankenhaus?

Bezogen auf den Artikel "Falschinformationen zu Corona: Opposition übt Kritik am Gesundheitsministerium" von Harald Neuber fragt ein User, ob denn die nun korrigierten Daten des Ministeriums – dass 4 bis 5 Prozent der an Covid-19 Erkrankten und nicht wie ursprünglich angegeben 10 Prozent hospitalisiert würden – korrekt sind:

Wenn jemand falsche Daten liefert kann man wenigsten verlangen, dass für die korrigierten Daten die Berechnungsmethode im Detail beschrieben wird. Nicht dass die wieder falsch sind.

Es ist nicht mein Job das zu machen. Aber z.B. auf der ersten Seite des RKI-Situationsberichts vom 23.9.2022 ist die 7-Tage Inzidenz ~ 294, die Hospitalisierungsrate 4.5, d.h. 1.5 Prozent davon. Dann muss man noch fragen ob alle Infizierten registriert wurden oder nur die Getesteten. Bei der Hospitalisierungsrate ist wieder die Frage mit oder an Corona. Selbst wenn die Zahl richtig berechnet wird ist sie immer noch irreführend da das Risiko der Hospitalisierung extrem altersabhängig ist - die Zahl muss für jedes Alter berechnet werden.

Auf der Seite zusammengegencorona.de wird die Zahl der Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, mit aktuell rund 4 Prozent angegeben – wie diese Zahl berechnet wurde, erschließt sich aber nicht. Setzt man den Anteil der Hospitalisierten ins Verhältnis zur Gesamtzahl der an Covid-19 Erkrankten, wie es im Kommentar getan wurde, landet man durchaus im Bereich von 1 bis 2 Prozent.

Allerdings fehlen in der aktuellen Hospitalisierungsrate die Nachmeldungen. Im Pandemieradar des RKI heißt es dazu:

Die tagesaktuellen Inzidenzen werden unterschätzt, da Hospitalisierung ggf. erst im Verlauf mehrere Tage nach dem Meldedatum auftritt.

In der Grafik zu den Hospitalisierungen finden sich daher gleich drei Werte: Die ursprünglich gemeldeten Fälle, die Fälle inklusive der nachgemeldeten und ein auf Hochrechnungen (Nowcast-Verfahren) basierender Wert. So variiert die Hospitalisierungsrate beispielsweise für den 26.9. zwischen 4,59, 6,89 und 7,96, bei einer 7-Tage-Inzidenz von 342,9. Wie sich die Zahl von 4 Prozent berechnet, bleibt aber auch mit Blick auf den Pandemieradar eine Black Box.

Wie das RKI schon länger betont, ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Anzahl von Infizierten höher ist:

Das hat verschiedene Gründe: Unter anderem ist bei hohen Inzidenzen die Untererfassung größer – etwa weil mehr Infizierte ohne oder nur mit geringen Symptomen sich gar nicht erst testen lassen oder positive Schnelltests nicht mit bestätigt werden. Nur PCR-bestätigte Infektionen werden jedoch auch als Fall gezählt.

Bei der Erfassung von Covid-19-Patient:innen im Krankenhaus ist entscheidend, "dass der Grund der Aufnahme im Kontext der Covid-19 Erkrankung steht, aber ein direkter kausaler Zusammenhang zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht hergestellt werden muss. (...) Wird bei Aufnahme der betroffenen Person jedoch deutlich, dass die Krankenhausaufnahme in keinem Zusammenhang mit der Covid-19-Diagnose steht, z.B. nach einem Verkehrsunfall, dann besteht keine Meldepflicht." Hier lässt sich also nur sagen: Wer eindeutig nicht wegen einer Infektion mit Sars-CoV-2 im Krankenhaus landet, wird auch nicht erfasst.

Zahlen zur Hospitalisierungsrate nach Altersgruppen gibt das RKI heraus. Hier ist wenig erstaunlich, dass die Hospitalisierungsinzidenz mit dem Alter deutlich ansteigt. So lag sie in der 37. Kalenderwoche für 35-59-Jährige bei 2,03, für 60-79-Jährige bei 6,83 und für die Gruppe 80+ bei 22,6.

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