"Mischung aus Netflix und Kickstarter"

BitTorrent will mit Crowdfunding eine eigene Science-Fiction-Serie produzieren

BitTorrent will es Netflix und Amazon gleichtun und eine eigene Serie produzieren. Dafür hat sich die Firma mit dem in Ostfriesland geborenen Marco Weber zusammengetan, der in der Vergangenheit unter anderem eine The 13th Floor betitelte Adaption von Daniel Francis Galouyes Simulacron-3 produzierte - einem Roman, der Rainer Werner Fassbinder 1973 als Vorlage für Welt am Draht diente.

Auch der geplanten Serie Children of the Machine soll ein Science-Fiction-Plot zugrunde liegen. Für das Design wurden die durch The Hunger Games bekannten Schweden Joakim Olsson und Markus Hammarberg engagiert. Über die Handlung ist bislang nur bekannt, dass es um Teenager gehen soll - in einer Zukunft, die nur wenige Jahrzehnte entfernt ist, aber viele technologische Veränderungen mit sich gebracht hat. In einem Interview zeigte sich Weber fasziniert davon, dass Gefühle wie Wut in Jugendkulturen zunehmend technisch vermittelt werden. Das könnte seiner Ansicht nach zu einer "völlig veränderten Dynamik" führen. Außerdem ließ er durchblicken, dass die Sucht nach "digitalen Drogen" eine Rolle spielen soll. In den nächsten Wochen soll es mehr Informationen zum Plot und zu den Darstellern geben, deren Auswahl gerade läuft.

Bild: BitTorrent

Den sechzigminütigen Pilotfilm zu dieser Serie will Weber bis Ende des Jahres fertigstellen. Er kann dann über BitTorrent Bundle und auf dem Comic-Con-Kanal CONtv kostenlos angesehen werden. Wer weitere acht Folgen sehen will, ist aufgefordert, sich am Crowdfunding zu beteiligen und dadurch Zuschauerrechte zu erwerben. Finden sich unter den 170 Millionen BitTorrent-Nutzern mindestens 250.000 Konsumenten, die sich mit jeweils 9,95 Dollar beteiligen, kann die Produktion beginnen.

Damit möglichst nur diejenigen Konsumenten die acht Folgen sehen, die bezahlt haben, will BitTorrent seinen Bundle-Bereich mit "Paygates" aufzurüsten. Diese Paygates sollen dann auch die derzeit etwa 10.000 anderen Anbieter für ihre aktuell ungefähr zwei Millionen Video- und Musikwerke nutzen können, die bislang kostenlos abrufbar sind. Dadurch hofft man, neue Erlösquellen für Musiker und Filmemacher aufzutun, die direkt mit ihren Fans in Kontakt treten und ihre finanziellen Bedürfnisse schildern können.

Marco Weber sieht in der "Mischung aus Netflix und Kickstarter" auch deshalb Potenzial, weil Konzepte und Drehbücher im traditionellen Produktionsprozess seiner Erfahrung nach häufig "verwässert" werden. Übernehmen nicht große Unternehmen, sondern die Zuschauer selbst die Aufgabe des "Türstehers", hofft er, dass dadurch nicht nur kompromisslosere, sondern auch bessere Filme entstehen. (Peter Mühlbauer)

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