Microsoft baut eigene Suchmaschine

- und die Suchmaschinen wollen zu allgemeinen Service Provider werden.

Fieberhaft versuchen derzeit alle, den prognostizierten milliardenschweren Internetmarkt mit seinen Benutzern und ihrer Aufmerksamkeit in den Griff zu bekommen. Man schließt neue Allianzen, um seine Site möglichst attraktiv zu machen. Auch auf dem Markt der Suchmaschinen beginnt einiges in Bewegung zu geraten, denn man will zu Service Providern werden und tritt so in Konkurrenz etwa zu AOL oder, natürlich, zu Microsoft. Dort aber schläft man nicht und arbeitet bereits an einer neuen Suchmaschine unter dem Namen Yukon, die in Verbindung mit MSN, Sidewalk und IE 4 noch mehr Verkehr auf die Microsoft-Sites locken und selbst eine neue Werbeplattform bieten soll.

Die Betaversion von Yukon ist für den November geplant, ist auf das Web ausgerichtet, soll natürlich wie alle anderen, Channels anbieten und bei einer Suche nicht Tausende von Links anzeigen, sondern irgendwie genauer sein - also möglichst solche vielleicht, die mit Microsoft zu tun haben? Es geht darum, das Netz möglichst auszublenden und zu einer Art Markenplattform zu werden, auf der die Benutzerkonsumenten mitsamt ihren Augen und Daten bleiben und nicht im Netz verloren gehen.

Inzwischen rüsten die anderen Suchmaschinen auf, denn die Suchfunktion alleine garantiert schon lange keinen Erfolg mehr. Lycos bietet etwa neue Chatoptionen, personalisierte Nachrichten und Web Guides an. Im Kampf, durch Inhalte den Benutzer zu locken, verband sich Excite mit Auto-By-Tel, um Autos online zu verkaufen, und mit N2K, um Musik anzubieten und CDs online zu verkaufen. Der Musikmarkt gilt als einer der attraktivsten Online-Märkte. Auch Yahoo ist eine Allianz mit CDnow, Amauon.com oder Visa International eingegangen, bietet - wie CNET mit Snap Online - einen Email-Dienst an und dringt nun über eine Allianz mit Compaq und Gateway direkt in die PCs ein. In den neuen Computer diesen Firmen wird die Software für Yahoo-Dienste gleich mitgeliefert. Auch wenn Yahoo nur Email und keinen Internetzugang wie etwa MSN oder AOL anbieten kann, so muß dies langfristig kein Nachteil sein, denn Kabelmodems, drahtlose oder Satellitenverbindungen sind der nächste Schritt. (Florian Rötzer)