MCI stimmt Übernahme durch Worldcom zu

Telekommunikation

MCI Communications stimmte am Montag der Übernahme durch Worldcom zu. Erst am Wochenende hatte Worldcom sein früheres 30-Milliarden-Dollar-Angebot um 7 Milliarden erhöht. MCI-Aktionäre können jetzt zum Kurs von 51 US-Dollar ihre MCI-Aktien gegen WorldCom-Aktien eintauschen.

Mit dem größten Deal der US-Wirtschaftsgeschichte rückt der viertgrößte Telekommunikationskonzern der USA an die zweite Stelle hinter Branchenführer AT&T auf.

Allein mit 40 Übernahmen innerhalb der letzten 5 Jahre hat sich die Telekommunikationsfirma Worldcom aus Jackson/Mississippi an die Weltspitze der Telekomriesen gekauft. Mit dem Erwerb von MCI übt Worldcom die Kontrolle über mehr als die Hälfte des gesamten Internet-Netzwerkes aus. Worldcom und MCI werden zudem Orts- und Ferngespräche sowie internationale Dienste anbieten. (Siehe dazu auch: Neo-Monopolist auf Expansionskurs)

British Telecom (BT), die 20 Prozent der MCI-Aktien hält, stimmte der Übernahme zu. Sie erhält dafür 7 Milliarden US-Dollar in bar. Die restlichen Aktieninhaber werden in WorldCom-Aktien bezahlt. Für eine zusätzliche Auslöse von 465 Millionen US-Dollar tritt BT von ihrem Übernahmeangebot zurück. Die Vorbereitungen für den BT/MCI-Merger waren in diesem Jahr schon weit gediehen. Im Mai hatte die europäische Wettbewerbsbehörde der geplanten Fusion von MCI und British Telecom zugestimmt. Das letzte Angebot der Briten betrug rund 18 Milliarden Dollar. World Com-Chef Ebbers platzierte sein Angebot in einer für beide Verhandlungspartner schwierige Phase. Seit August stockten die Verhandlungen zwischen BT und MCI, da MCI in diesem Jahr größere Verluste als erwartet eingefahren hat.

Die aus dem Merger hervorgehende neue Firma wird sich MCI WorldCom nennen. WorldCom-Aktionäre werden 55 Prozent, MCI-Aktionäre 45 Prozent der Firma besitzen. MCI-Chef Bert Roberts wird Vorsitzender der neuen Firma, Worldcom-Chef Bernard Ebbers Direktor. Für 1998 rechnet MCI Worldcom mit einem Umsatz von mehr als 30 Milliarden US-Dollar, damit steigt der Umsatz von Worldcom um mehr als 20 Prozent im ersten Jahr. Marktführer AT&T erwirtschaftete 1996 einen Umsatz von 52 Milliarden US-Dollar und wird damit weiterhin weltweit an erster Stelle bleiben.

Mit dem Erwerb von MCI verfügt Worldcom auch in Deutschland eine bessere Marktposition im Geschäftskundenbereich. Hier fiel die Worldcom-Tochter UUnet erstmals durch die Übernahme von EUnet auf. Weltweit verfügt der Telekommunikatonsriese mit Tochter UUnet über mehr als 1000 Einwahlknoten (POPs), über 20.000 Meilen Leitungen in den USA, über 80 Satelliten- Sende/Empfangsstationen, Kapazitäten in fast jedem Unterwasserkabel und lokalen Netzwerken in 41 Städten. Interconnection-Vereinbarungen mit der Deutschen Telekom, der France Telekom und anderen europäischen Noch-Monopolisten wurden bereits Monate vor den deutschen Mitbewerbern, wie o.tel.o, abgeschlossen.

Die Europäische Kommission wird die Übernahme von MCI und die Gründung der neuen Firma MCI Worldcom erst noch prüfen müssen. Auch in den USA muß der Firmenkauf von den Behörden noch genehmigt werden. (Christiane Schulzki-Haddouti)