Kohle für die Türkei: Russland-Sanktionen mit Schlupflöchern

Ein Reeder mit guten Verbindungen

Interessant am Transport russischer Kohle ist auch der Reeder selbst. Die "Stavros", die 53.000 Tonnen Kohle transportierte, wird der Eastern Mediterranean Maritime zugeschrieben, ein Unternehmen des Reeders Thanassis Martinos.

Martinos ist für die Regierung Griechenlands kein Unbekannter. Auf Vorschlag von Premierminister Kyriakos Mitsotakis ist er amtierender Zivilverwalter der autonomen Mönchsrepublik Athos. Seine Tochter, Georgia Martinou sitzt für die regierende Nea Dimokratia im griechischen Parlament.

Martinos hat aus seiner Ablehnung von Sanktionen gegen Russland nie einen Hehl gemacht. Bereits 2018 referierte er beim Delphi-Wirtschaftsforum über den Schaden, welche die wegen der Krim gegen Russland verhängten Sanktionen für die Reeder und in der Folge für "die europäischen Verbraucher" gehabt hätten.

Martinos ist auch wegen seines Postens in der Mönchsrepublik im Visier der Polizei. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) untersucht die finanziellen und politischen Verbindungen von orthodoxen Klöstern mit Russland.

Die griechische Zeitung Documento brachte das Thema Martinos bei einer Pressekonferenz der Regierung zur Sprache. Sie fragte Regierungssprecher Giannis Oikonomou, welche Maßnahmen die Regierung und die EU ergreifen würden, um solche Geschäfte und Transporte zu unterbinden. Oikonomou antwortete knapp:

Alle Schritte der griechischen Reeder erfolgen im Rahmen der Rechtsordnung, die ihre Transportdienste und den Betrieb der Unternehmen regelt. Uns ist kein Verstoß gegen geltende gesetzliche Rahmenbedingungen bekannt.

(Wassilis Aswestopoulos)

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