Keinen Cognac und keinen iPod mehr für den nordkoreanischen Diktator

Mit Exportverboten von Luxusgütern soll das ausschweifende Leben Kim Jong-Il und seinen Freunden beeinträchtigt werden

Nicht allen Menschen geht es im angeblich kommunistischen Nordkorea schlecht. Neben dem "geliebten Führer" Kim Song-Il lebt die Herrschaftsschicht im Luxus, während viele Menschen hungern müssen. Nordkorea ist ein Gefängnis für die 23 Millionen Bewohner (Die dunkle Bedrohung), der kleine, rundliche, meist mit einer Sonnenbrille bewehrte Kim Song Il der oberste Wärter, der mit allen Mitteln, darunter auch dem Bau von Atombomben oder zumindest der Drohung damit, versucht, sein Luxusleben mitsamt dem von einigen Vertrauten zu erhalten. Wenig Genaues erfährt man aus diesem abgeschlossenen Land, daher ranken sich um das Land und vor allem um dessen Führer viele Gerüchte.

Kim Jong Il gilt - wie das gerne mächtigen und brutalen Männern zugeschrieben wird - als sexbessener Mensch, der sich gerne mit jungen schönen Frauen umgibt, allen voran Schauspielerinnen. Man sagt, dass der Diktator, der ein Filmnarr ist und Tausende von Filmen bei sich gebunkert hat, ein Programm gestartet hat, um die attraktivsten Mädchen zu finden, die dann ausgebildet werden und zu seinen Diensten stehen sollen. Kim schätzt auch gutes Essen und lässt sich Delikatessen aus der ganzen Welt liefern. In seinen Palästen soll es große Küchen mit modernster Technik und riesige Weinkeller geben. Und natürlich hat er neben den Palästen allerhand Luxusgüter, um sein Leben annehmlich zu machen, auch wenn er eine gewaltige Armee und einen aufgeblähten Sicherheitsapparat benötigt, um überleben zu können. Nur gelegentlich fährt der Despot, der angeblich unter Flugangst leidet, mit seinem gepanzerten Zug nach China oder nach Russland, ansonsten holt er sich, was er braucht, in sein Gefängnis.

Nordkoreas Regierung fordert bereits, dass die nach dem Atomwaffentest erfolgten Sanktionen des Sicherheitsrats und die Sperrung in den USA wieder aufgehoben werden sollen. Das sei eine Vorbedingung für die geforderte Beendigung des Atomwaffenprogramms. Zwar will Nordkorea die Sechser-Gespräche wieder aufnehmen, aber auch schon dafür sollen die Sanktionen gelockert werden, mit denen die US-Regierung Firmen belegt hat, die verdächtigt werden, dem Regime bei illegalen Aktivitäten zu helfen.

In der UN-Sanktion vom 14. Oktober wurden auch Exportverbote für Luxusgüter nach Nordkorea ausgeprochen, ohne diese jedoch auszuführen. Jetzt wurde die Liste bekannt, die die US-Regierung aufgestellt hat. Mit dem Exportverbot von Luxusgütern zielt man auf die herrschende Klasse, da der Rest der Menschen zu arm ist, um sich diese leisten zu können. Auch die EU will einen Katalog am 11. Dezember beschließen. Da Kim neben Cadillacs Mercedes- und BMW-Autos liebt, sollte Deutschland wohl diesen Handel unterbinden. Japan hat bereits eine Liste mit 24 solchen Waren aufgestellt, darunter neben Autos, Kameras oder Motorrädern auch bestimmte Pilze oder Muscheln, die als Delikatessen gelten. 16 Prozent der japanischen Exporte, über 9 Millionen US-Dollar, bestanden aus solchen Luxusgütern

Die US-Regierung will verhindern, dass Kim weiterhin Cognac, Rolex-Uhren, Zigaretten, Kunst, teure Autos, Harley Davidson-Motorräder, Plasma-Fernseher, iPods, Yachten oder Jet Skis für das Vergnügen auf dem Wasser erhält. Auch Musik und Sportausrüstung sollen nicht mehr nach Nordkorea gelangen. Ob das irgendeine Auswirkung hat, dürfte jedoch fraglich sein. Die meisten Einkäufe erfolgen sowieso nicht über offizielle Wege. Mit dem Schmuggeln von Waffen, Zigaretten und Drogen. dem Drucken von gefälschten Dollar-Noten oder der Herstellung von gefälschten Mittel gegen Impotenz verdient Nordkorea nach Berichten jährlich Hunderte von Millionen an Devisen. Über China, Südkorea und Japan gelangen die Waren und Geldscheine auf den internationalen Markt, wo Einkaufstrupps nicht nur Rüstungsmaterialien, sondern für den "geliebten Führer" auch die Luxusgüter erwerben. Es mag aber durchaus auch sein, dass der Despot sein Luxusleben über die Drohung mit Atombomben verteidigen würde. (Florian Rötzer)