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Einreiseverbot fĂŒr Yanis Varoufakis: Mera25 fordert Klarheit

Yanis Varoufakis. Bild: Giannis Papanikos, Shutterstock.com

EuropÀische Partei leitet rechtliche Schritte ein. Parteivize Fehr im Telepolis-Podcast mit Details. GesprÀch in voller LÀnge heute bei Telepolis.

Ende letzten Jahres waren knapp 9.000 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger anderer EU-Staaten von Deutschland mit einem Einreiseverbot belegt. Einer dieser FĂ€lle betrifft den ehemaligen griechischen Finanzminister und MitbegrĂŒnder der paneuropĂ€ischen Bewegung "Demokratie fĂŒr Europa" DiEM25, Yanis Varoufakis.

Der griechische Politiker sollte im April an einem PalĂ€stina-Kongress in Berlin teilnehmen, konnte jedoch seine Videobotschaft erst ĂŒbermitteln, nachdem der Kongress bereits verboten und von der Polizei aufgelöst worden war. Der Vorwurf: antisemitische und gewaltverherrlichende Äußerungen.

Einreiseverbot fĂŒr Varoufakis: Mera25 klagt

Mera25, der deutsche Ableger von DiEM25, hat nun Klage eingereicht, um Klarheit ĂŒber die HintergrĂŒnde des Einreiseverbots zu erlangen. In der neuen Ausgabe des Telepolis-Podcasts [1] erklĂ€rt Johannes Fehr, Vizevorsitzender von Mera25 und Kandidat fĂŒr die Wahl zum Europaparlament [2], es sei immer noch unklar, wer das Einreiseverbot erlassen habe und aus welchen GrĂŒnden.

Das gesamte GesprÀch zwischen dem Journalisten Dietmar Ringel und Johannes Fehr können Sie heute Mittag bei Telepolis lesen und hören. Der Telepolis-Podcast [3] erscheint neben Youtube auch auf Spotify [4] und Audible [5].

Varoufakis selbst wurde nie persönlich ĂŒber das Verbot informiert. Die Information kam erst wĂ€hrend einer Protestdemonstration nach dem Verbot des Kongresses durch die Polizei, die sich auf das Bundesinnenministerium berief.

Unklarheiten und rechtliche Schritte

Fehr erklĂ€rte, dass Varoufakis ursprĂŒnglich geplant hatte, per Video zum Kongress zugeschaltet zu werden. Die deutschen Behörden hĂ€tten jedoch laut der Berliner Polizei ein politisches BetĂ€tigungsverbot erlassen.

Die einzige Information, die bisher von der Bundespolizei bestĂ€tigt wurde, ist, dass fĂŒr Varoufakis ein Einreiseverbot nach Deutschland vom 10. bis zum 14. April bestand. Wer dieses Verbot ausgestellt hat und warum, bleibt jedoch unklar.

Einreiseverbote und ihre Folgen

Fehr erlĂ€uterte, dass Varoufakis wahrscheinlich eine Ă€hnliche Behandlung am Berliner Flughafen erwartet hĂ€tte wie Ghassan Abu-Sittah, Rektor der UniversitĂ€t von Glasgow. Abu-Sittah, der persönlich vor dem PalĂ€stina-Kongress sprechen wollte, wurde am Flughafen von der Polizei gestoppt und nach mehrstĂŒndigem Verhör die Einreise verweigert.

VorwĂŒrfe des Antisemitismus

Auf die Frage, ob Varoufakis Antisemitismus vorgeworfen werde, antwortete Fehr, dass dies wahrscheinlich der Fall sei. Das Bundesinnenministerium habe nach dem Verbot des Kongresses erklĂ€rt, dass es dort islamistische Propaganda gegeben habe. Es gebe jedoch keine Beweise fĂŒr diesen Vorwurf.

Reaktionen auf das Einreiseverbot

Auf die Frage nach den Reaktionen auf den Fall Varoufakis erklĂ€rte Fehr, dass die aktuelle Regierung, die er als "extremes Zentrum" bezeichnete, das Vorgehen voll unterstĂŒtze. Er Ă€ußerte jedoch seine EnttĂ€uschung ĂŒber das Fehlen von SolidaritĂ€tsbekundungen aus der Linken in Deutschland.

Die Klage von Varoufakis

Die Klage wurde beim Verwaltungsgericht Potsdam eingereicht und richtet sich gegen die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Innenministerium und das BundespolizeiprÀsidium. Es wird Akteneinsicht gefordert und die Fahndungsausschreibung als rechtswidrig bezeichnet.

Wahlkampf trotz Einreiseverbot

Trotz des schwebenden Verfahrens plant Mera25, Varoufakis in ihren Wahlkampfveranstaltungen online teilnehmen zu lassen. Fehr erklÀrte, dass sie testen wollten, ob die Meinungs- und Redefreiheit von Varoufakis auch im Internet eingeschrÀnkt sei.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-9721961

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.youtube.com/@Magazin_Telepolis
[2] https://www.telepolis.de/features/Es-geht-darum-die-autoritaere-Zensur-fuer-Stimmen-fuer-Palaestina-in-Deutschland-offenzulegen-9722560.html
[3] https://www.youtube.com/@Magazin_Telepolis
[4] https://open.spotify.com/show/0pqUNkXwCmZ45L2O85I7eK?si=d18ff8489f77491b
[5] https://www.amazon.de/Schlaglicht-Hintergr%C3%BCnde-einer-Welt-Umbruch/dp/B0D2J1R5ZC/ref=sr_1_1?dib=eyJ2IjoiMSJ9.zQy6EXFpQQBJL_Q7ag4XSsLZad06rAaXZ727eWww5cw9VL4gPfxDvpd0K4h_ujxZum26xLtogo_8SHPNjswuwtqqe8IX7c2LQ6mJQUnUeXgDR86fGEuW3L78pBhMmjKgsWdy-QGq6tCJK7_mz5C9IXzKtygsWN-9h53Euriv8MQM6t1_dSthCZXhh372fWhiye8BCdS_FN1upiPFbR0DMv3VQjnkI0aQEBdMJtkcFeI.S8G5bReL1Wu6oYEPNo_BsGDI0cl_r71eZtrcsriKNI0&dib_tag=se&keywords=Telepolis-Redaktion&qid=1714471015&sr=8-1