EU: Computerdienstleistungen sind Männerdomäne

Und die Telearbeit kann man noch vergessen

Eine von Eurostat durchgeführte Erhebung in den fünf EU-Ländern Italien, Niederlande, Spanien, Finnland und Großbritannien zeigt, daß der Bereich Computer- und Softwaredienstleistungen noch immer weitgehend von den Männern beherrscht wird. Insgesamt freilich sind 65 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor Frauen, und 80 Prozent aller beschäftigen Frauen arbeiten im Dienstleistungsbereich. Sie stellen hier auch den weitaus überwiegenden Teil der Teilzeitbeschäftigten.

Der Anteil der Frauen bei den Beschäftigten in den Computerdienstleistungen beträgt 21,4 Prozent in den Niederlanden, 31 Prozent in Großbritannien, 31,6 Prozent in Finnland und 35 Prozent in Spanien. Aus der Reihe fällt Italien, wo bereits 48 Prozent in dieser Branche Frauen sind. Der Anteil der Frauen im Bereich Datenverarbeitung und Datenbanken ist mit 33,0% in Irland am höchsten und mit 18,4% in den Niederlanden am geringsten.

Obgleich die Branche als "fortschrittlich" und besonders flexibel gilt, überwiegt in ihr die unbefristete Vollzeitbeschäftigung. Telearbeit spielt eine geringe Bedeutung. Ihr Anteil bewegt sich zwischen 0,2 Prozent in Italien und 4 Prozent in Großbritannien. Die meisten Beschäftigten sind zwischen 25 und 39 Jahre alt. Unter 25-Jährige gibt es in Finnland gerade einmal 3,5 Prozent, 7,4 Prozent in den Niederlanden oder immerhin 11,4 Prozent in Spanien. "Die Zahlen", so Eurostat, "deuten auf ein hohes Qualifikationsniveau der Beschäftigten hin, die ihre Ausbildung kaum vor Vollendung des 25. Lebensjahres abschließen."

Mit Abstand führt Großbritannien mit 64000 Unternehmen in dieser Branche. Interessant ist, daß 90 Prozent der Firmen weniger als zehn Beschäftigte haben. Die Branche biete "Ein-Mann-Unternehmen", die nur über begrenzte Investitionsmittel, besonders gute Bedingungen.

Trotz der hohen Arbeitslosenzahlen in den EU-Ländern sind aufgrund von Daten aus dem Jahr 1996 die Erwerbsquoten in der EU insgesamt niedriger als in den meisten anderen auf dem Weltmarkt konkurrierenden Ländern. Der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung lag 1996 bei 49,3% (59,6% für Männer und 39,7% für Frauen). Spanien hatte mit 36,7% die niedrigste Erwerbsquote, während sie in Dänemark (60,7%), Großbritannien (56,5%) und den Niederlanden (55,9%) am höchsten lag. (Florian Rötzer)