Die Welt als globales Dorf

Warum es uns eigentlich richtig gut geht!

In Deutschland geht die Angst um. Das weiß inzwischen jeder. Und jetzt auch das Meinungsforschungsinstitut Gewis, das nach einer Befragung von 1.032 Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 60 Jahren herausgefunden hat, dass etwa jeder fünfte Deutsche um seinen Job zittert. Zudem haben 19 Prozent Furcht vor Terroranschläge, 16 Prozent bangen um ihre Gesundheit, 15 Prozent haben Angst vor dem Verlust des Partners und 13 Prozent vor einem Krieg. Nicht gefragt wurde offenbar nach der Angst, dass Bayern München wieder Deutscher Meister wird, der "Bild"-"Komiker" Elmar Brandt den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson" womöglich gewinnt und in China tatsächlich mal ein Sack voll Reis umkippt.

Aber in Deutschland wird nicht nur vor Angst gezittert, sondern wer deswegen nicht in tiefster Depression versinkt, der meckert, stänkert und nölt. Dabei geht es uns Angsthasen trotz der miesen Stimmung in unserem Land eigentlich richtig gut. Das beweist eindeutig ein Zahlenspiel, das auf einer Netzseite von Miniature-Earth.com veröffentlicht ist. Dabei sind die Verhältnisse auf unserer Welt auf ein kleines Dorf mit genau 100 Bewohnern übertragen worden. Davon sind dann ­ statistisch gesehen ­ 61 Asiaten, 12 Europäer, 14 Amerikaner, 13 Afrikaner und einer ist Australier. Das ist zwar genau einer zuviel, aber auch Statistiker können sich ja mal verrechnen.

Sechs Personen, lesen wir auf der Seite weiter, verfügen über 59 Prozent des Eigentums dieses globalen Dorfes. 13 sind unterernährt und 14 können nicht lesen. Auch die Religionszugehörigkeit darf natürlich nicht fehlen: 33 sind also Christen, 18 Moslems, 16 Hindus, 16 Atheisten, 6 Buddhisten und 11 Anhänger anderer Religionen. Außerdem leben noch zehn Homosexuelle in dieser Weltgemeinde. 16 Bürger besitzen keinen eigenen Wasseranschluss. Einer hat Aids. Acht dagegen haben einen Computer. Und vier sogar einen Internetanschluss, obwohl man den in einem solch kleinen globalen Dorf ja eigentlich gar nicht braucht.

Aber wie gut es uns Deutsche in Wirklichkeit geht, das zeigen besonders folgende Zahlen: Falls man einen Kühlschrank, einen Kleiderschrank, ein Dach über den Kopf und ein eigenes Bett besitzt, ist man statistisch gesehen reicher als 75 Prozent der Dorfbewohner. Und wenn man auch noch ein Bankkonto hat, damit die Sozialhilfe ordnungsgemäß überwiesen werden kann, dann zählt man sogar zu den 30 wohlhabendsten Leuten dieser Mini-Ausgabe unserer Welt.

Kurzum: Es gibt in Deutschland also wirklich keinen Grund zum Meckern, zum Stänkern und zum Nölen. Uns allen geht es nämlich richtig gut. Und damit die Mehrheit, die am Rande oder tief in der Armut lebt, nicht auf dumme Gedanken kommt, dafür gibt unser kleines hundertköpfiges Dorf jährlich nicht nur 159.000 Dollar für Erziehung und 132.000 für das Gesundheitswesen, sondern stolze 181.000 Dollar für die Rüstung aus.

Und so endet das nachhaltige Zahlenspiel von Miniature-Earth.com auch ganz zu Recht mit den Worten: "Arbeite mit Leidenschaft! Liebe ohne Liebe zu erwarten! Schätze, was du hast! Und tu dein Bestes für eine bessere Welt!" Dann wird bestimmt alles gut... (Ernst Corinth)